sannshine | hallo wong,
gerade habe ich einen langen beitrag an dich geschrieben und dann aus versehen gelöscht :-(
wer weiß wofürs gut war....
ich wollte dich mal wieder in deinem raum besuchen und dir mitteilen, weshalb ich in letzter zeit eher schweigsam war.....
mich macht es sprachlos, wie großzügig du mit deinen grafiken umgehst, und dass du sie immer wieder als none art oder muster bezeichnest.
gibt es nicht auch einige grafiken, die dir besonders ans herz gewachsen und deshalb fertig sind?
als ich anfangs damit liebäugelte, deine bilder für meine bilder zu nutzen, entstand, wie du weißt, ein "zahlendreher". mittlerweile habe ich dieses bild in "tun und lassen" umgetauft, weil ich für mich zu dem schluss gekommen bin, dass ich deine schönheiten nicht verändern möchte. jetzt habe ich auch die titel gelesen, die du ihnen gegeben hast und weiß mehr über ihre entstehung. für mich sind es keine muster mehr und mögen sie noch so einfach und schnell zu erstellen sein.
kannst du nicht beides sein, digitaler künstler und muster-dienstleister?
damit wir uns nicht falsch verstehen, die idee mit dem pool gefällt mir gut. eigene grafiken, fotos, modelle oder vue-materialien der gemeinschaft zur verfügung zu stellen, scheint mir ein spannender, der kreativität förderlicher weg zu sein......
dennoch sähe ich dich nach wie vor gerne als künstlerkollegen, der du in meinen augen bist.
vielleicht sehe ich auch alles etwas eng?
liebe grüße sannshine
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Neo | Schön, wenn mir der andere etwas zum Träumen schenkt. Ich achte dieses Geschenk, weil ich seinen Wert nur für mich beurteilen kann. Einem Ureinwohner Australiens würden Bilder möglicherweise nicht viel bedeuten...
Mit den Augen der Seele gesehen, träum ich in euren Bildern, liebe Kollegen. Wie in meinen eigenen, wenn sie mir eben nahekommen, dem was ich träumen will. Den Menschen, der sie mir gibt, nenne ich Künstler, wenn und weil sie dies tun. Es ist die Augenhöhe, ich vertraue hier meiner eigenen Meinung. -
Aber auch schön für mich, wenn meine Wertschätzung geteilt wird. Wenn ich richtig liege, sozusagen. Weil, dann haben wir ein Stück mehr gemeinsam, und das tut schon gut. -
Wenn zum Künstler der Auftritt gehört (was ich mehr aus dem Inneren weiß, als daß ich einfach den Gaukler spielen möchte für die Welt), dann haben wir alle noch ein wenig zu feilen [;)] da beginnt es vielleicht bei den Bildern. - Darf ich dich einfach mal nach deinen Bildern fragen wong, was kannst du über sie sagen
Gruß *N*
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wong | Liebe sannshine
Schade um den versehentlich gelöschten Text, oder vielmehr, da ich ihn ja nicht kenne, um die investierte Zeit. Verlorene Zeit? Ist sie z.B. verloren, wenn ich viele Stunden lang mich bemühte, die Parameter für eine neue Grafik so zu optimieren, daß ich das Ergebnis zufrieden und mit Stolz wenigstens Orchidee zeigen kann, und dann spontan mich doch entscheide, alles unwiderruflich zu löschen? Nein, ich habe eine schöne, spannende Zeit erlebt, war gefesselt von meiner Tätigkeit, und beende diese Phase jetzt bewußt abrupt, um eine neue zu beginnen. Nicht alles, was man tut, muß in die Zukunft wirken. Das eigene Erleben beschränkt sich auf die Gegenwart.
Großzügig mit meinen Grafiken? Das sehe ich anders. Ich erleide keinen Verlust, bringe kein Opfer, gebe nichts weg, was mir anschließend fehlt. Wie sonst, als sie zu zeigen, kann ich andere daran teilhaben lassen und auch an dem, was dahinter steckt? Und daran, sie als Kunst zu bezeichnen, hindere ich niemand, tue wirklich mein Bestes, daß dies geschieht, wobei durch die strikte Beschränkung auf "mono-algorithmisches" Entstehen meine insgesamt vielleicht mögliche Kreativität hier nicht voll zum Tragen kommt. An nachträgliches künstlerisches Manipulieren wage ich mich vorerst aber nicht heran.
Sicher gibt es Bilder, die ich besonders mag, sei es wegen ihrer Ästhetik oder wegen meiner Assoziationen dazu, habe auch einige in unserem Haus aufgehängt (von Jürgen fine-art-printed paradise parrot for example als Gast unter Glas im Gästezimmer), aber Fertiges ist fertig für mich, ich kann es weggeben. Da gibt es viele Beispiele aus anderen Bereichen meines Lebens, die gehören aber nicht hierher. Geschäftsmann bin ich nicht, das gebe ich zu. Müßte am Hungertuch nagen, wäre ich früher nicht erfolgreicher erwerbstätig gewesen.
Neo fragt nach meinen Bildern, wie ich sie sehe. Das Entstehen ist wichtig. Nicht nur das visuelle Erleben, wenn sich die Grafik langsam auf dem Bildschirm aufbaut, sondern das Entstehen im Kopf. Da spielt sich das Erleben ab. Ein imaginäres Bild erst, eine Vorstellung dann von der Methode zur Realisierung, wie Formeln und Zahlen ineinander greifen, zu Formen und Farben werden - ich mische sie weiter, im Kopf und auf der Tastatur, und wenn schließlich das Ergebnis das ursprünglich Vorgestellte übertrifft und wirklich ist, dann nenne ich das das Glück des Künstlers, in beiderlei Bedeutung: Glück des Erlebens, etwas zu schaffen und Glück, das man braucht, dies auch zu schaffen.
Künstler sein ist erstrebenswert. Nicht als Produzent von Kunst. Da könnte ich auch Brote backen. Kunst als Lebensform: Schönheiten suchen, verinnerlichen, vermehren, aufzeigen, mit andern teilen, weitergeben. Mit Kunst Geld verdienen zu müssen, das ist eine andere Sache. Ohne Sponsor oder Öffentlichkeit geht da wohl nicht viel. Da muß man ansetzen, wie Neo es ja schon ausgiebig praktiziert. Ohne Werbung für sich selbst, Anbiederung, Hartnäckigkeit geht es nicht, da kann man noch so schöne Bilder machen. Mir ist die Kunst, das Machen, wichtiger als das Geschäft, das Verkaufen. Brauch' ja schließlich keinen Ferrari (der mir übrigens auch nicht gefällt, Tibor aus Basel - wo ich schon viel Zeit meines Lebens verbrachte).
Trotzdem, bleiben wir dran. Zur Zeit bin ich aber wie gelähmt, habe keine neuen Ideen, mache keine eigenen Bilder, starre ungläubig kopfschüttelnd auf die im TV präsentierten, kann es nicht fassen, daß meine schlimmsten schon lange bestehenden Einschätzungen so weit noch übertroffen werden. Ja, die spinnen, die Amis, und zwar schon lange. Daß die Briten es tun, läßt mein politisches Weltbild zerbrechen. Wir Künstler sind wohl doch zu gut für diese Welt ...
Meine Beiträge sind deswegen etwas spärlicher und nicht sehr konstruktiv diese Tage, aber wenigstens liebe Grüße an Euch ... von wong
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Inga | Lieber Wong, hier bin ich- mit einem schlechten Gewissen, weil ich mich noch nicht einmal bedankt habe für die "Sendung". Aber ich glaube, Du verstehst mich, auch Du bist wohl wie gelähmt. Die tägliche Arbeit leiste ich mit Widerwillen, etwas ganz Neues... Wie gelähmt..... Ich erlebe diesen Krieg so "nah" wie noch nie, warum das so ist...vielleicht die massive Berichterstattung im Fernsehen, aber andererseits, was konnte mich früher vom PC wegholen? Kaum etwas.. Also ich schweige zur Zeit, weil ich sprachlos bin anlässlich des Entsetzlichen, was zur Zeit geschieht. Ich habe trotzdem oder gerade deshalb ein neues Bild gestaltet "Der Krieg über dem Irak"- eiskalt, sehr "modern" "technisch" und ein grauenvolles Grau kämpft gegen ein Blau des Himmels.... vielleicht inspiriert durch den "Koloss" von Goya- wer weiß. Wenn ich mich etwas erholt habe, dann melde ich mich bei Dir (sogar) in einem Brief. DER KRIEG über dem Irak
Liebe Grüße von INGA
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