Originalbeitrag: Vitae | Zurück
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wong | Lebenslauf? Eher Lebensläufe. Je 8 Jahre im Mittel.
1. Kindheit, Perouse, Dorf in Baden-Württemberg.
2. Jugend, Interesse für die Wissenschaft, insbesondere Physik und Mathematik. Viel gelesen und gelernt. Früh Kontakt mit Arbeitswelt in vielerlei Bereichen, Schule war nicht so wichtig.
3. Studium, Physik, Medizin. Gelesen, gelernt, gearbeitet, gereist, gebaut.
4. Arbeit, fast nur noch, als Mediziner, Anästhesist, Hobbybauherr. Hobbyflieger zum Ausgleich.
5. Immer noch Arbeit, leiste mir Freiräume, erwerbe Lizenz zum gewerblichen Fliegen, betreibe mit meiner Partnerin Orchidee und drei Familien eine Art Landkommune, Schwäbische Alb.
6. Aufbruch (Ausbruch?) in die Ferne. Tausche Haus und Hof, Autos und Flugzeug gegen Segelyacht. Sie wird unsere neue Heimat, Mittelmeer, Atlantik, Karibik, Mittelamerika, Siedlungsversuch auf hondurenischer Insel. Erlebnisse, Computerarbeit, Kontemplation.
7. Rückzug, brandenburgische Prärie, Entdeckung der Kunst als einzig erstrebenswerte Lebensform. Dahin will ich kommen. Daran arbeite ich. Aber auch an meinem und Orchidees Haus und an den Schönheiten der mich umgebenden Natur. Im bunten Garten der mich umgebenden Zahlenwelt pflücke ich häufig Bilder. Stehe mitten im siebenten Leben.
Wieviel Leben hat der Mensch? Was ist Kunst an diesem Leben?
Nachtrag, Jahre später, Ende 2007:
8. Rückzug vom Rückzug. Das achte Leben für die Kunst: Eröffnung der Kunstlege Hohenegg, Galerie für Digitalkunst. Statt in Brandenburg (s. weiter unten) jetzt im Westallgäu. Umzug nach Bayern!
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Inga | Lieber wong, das nenne ich einen interessanten Lebenslauf! Und zum Schluss: Entdeckung der Kunst als einzig erstrebenswerte Lebensform. Auf dem Bild wirkst du sehr ausgeglichen, und das Kätzchen scheint zu schnurren.... Bist wohl ein Tierfreund?
Bei mir gab es schon im Kindergarten nur eins: Malen und zeichnen. Da ich dafür viel Lob erhielt, schien es mir richtig. Bis heute ist die Kunst für mich die einzig erstrebenswerte Lebensform. Auch ich liebe Tiere- und Menschen. Zum Fliegen hat das Geld leider nie gereicht, mein Traum ist es, das Fallschirmspringen mal auszuprobieren. Aber Motorradfahren und Reiten waren bevorzugte Beschäftigungen. Und das Schachspielen, o ja!!! Spielst Du zufällig auch Schach?
Deine Lebensgefährtin hat aber einen wundervollen Namen!
INGA
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wong | Ja, Inga, ich kann mich nicht beklagen über mein(e) bisheriges(n) Leben, und ich glaube es ist in der Tat die Ausgeglichenheit, die einen befähigt, das Leben in seinen Details zu genießen. Wer dagegen ständig getrieben ist von der Suche nach Verwirklichung, der projiziert sich selbst zeitlebens in die Zukunft und merkt gar nicht, daß das Leben die Summe der vielen kurzen Momente in der Gegenwart ist, in der er sich bereits befindet.
So bedeutet mein Streben hin zur Kunst im Grunde auch nicht die primäre Absicht, künstlerisch besonders ausgefeilte Werke herzustellen und irgendwann in Umlauf zu bringen, sondern eher, mit dem was ich mache, meine jeweils gegenwärtige Denkwelt auszudrücken, denn mittlerweile, ich bin 55 und habe ein gefülltes Repertoir an erlebten Assoziationen, spielen sich die wichtigsten Ereignisse im Kopf ab.
Im Kopf habe ich aber auch mathematische Strukturen, und so ist meine "Kunst" eben, mit Zahlen und geometrischen Formen Beziehungen herzustellen zwischen dem, was ich denke und der Art wie ich es denke, oder auch Beziehungen zwischen erinnerten Assoziationen und Umgang damit in der erlebten Gegenwart. Zahlen sind für mich Philosophie. Sie erzählen mir so viel mehr, als ich je gelernt habe über sie. Ein anderes Stilmittel für die Kunst als den Umgang mit Algorithmen habe ich nie erlernt. (Irgendwie ist eben jeder Produkt oder Opfer seiner Vergangenheit ;-)
Schach? Nein, seit der Jugend nicht mehr. Mein Ehrgeiz, mich sportlich zu messen, ist begrenzt, und ich hatte stets andere Felder, auf denen ich Beweglichkeit trainieren konnte. Aber ich bewundere die Konzentrations- und Abstraktionsfähigkeit guter Spieler. Wenn Du gerne Schach spielst, ist Dir in Zahlen und Formen zu denken natürlich nicht fremd. Ach ja, I-Ging, ein weiterer Beleg dafür, und auch vieles sonst in Deiner Kunst.
Daß Du routiniert bist im kreativen Gestalten, Dein Handwerk schon früh gelernt hast, aber vor allem, daß Du mit Liebe und Begeisterung arbeitest, das sieht man Deinen Werken an. Ich komm immer wieder mal vorbei auf Deinen/Euren Seiten.
Herzlichen Gruß ... wong
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Inga | Lieber wong. Du sagst "Zahlen sind für mich Philosophie"- und da gebe ich dir voll Recht. Aber das kann man vielleicht nur dann verstehen, wenn man sich mit Zahlen und ihren Geheimnissen beschäftigt hat. Wenn man sich zuviel damit beschäftigt, liegt eine (von mir erahnte) Gefahr darin. Man wird überwältigt. Mit dem schachspielen ging es mir ähnlich. Ich habe spät damit angefangen und im Schachverein (der einzige Verein, in dem ich war) dachten alle, ich wäre eine "große Schachspielerin". Sie schickten mich dann nach Erfolgen in regionalen Wettkämpfen nach Berlin zu einer internationalen Meisterschaft. Das Spiel wurde Ernst, es war kein Spiel mehr- es war harte (Denk-)Arbeit.Ich spielte international (z.B. mit russischen Schachspielern) die waren soooo stark. Nachts träumte ich von Eröffnungen, naja, ich gab danach das Schachspielen auf. Es war Wettkampf, kein Spiel mehr, es nahm mir die Freude am Soiel. Aber es war auch gut- ich erkannte, dass meine Welt nicht die logische Welt war, sondern die intuitive Welt. Meine (einigermassen) logische Begabung hilft mir aber bei meiner Arbeit am Computer. Wenn ich nur gefühlsmäßig arbeiten könnte, hätte ich kapituliert in der recht strengen Ausbildung zur Multimedia- Entwicklerin. Zahlen sind auch für mich etwas tief Philosophisches. Leider wird das von vielen nicht verstanden, von vielen Künstlern auch nicht.
Dein Leben zeigt eine Fülle von Eindrücken. Von Wechsel und Wandel. Das ist Leben! Keine Stagnation (I Ging Nr. 12)- sondern ein Durchwandern von unterschiedlichen Stationen. Ich wünsche Dir, dass Dein Leben weiter so in Schwung bleibt. Und Deine wunderbaren Bilder zeigen Harmonien- egal ob mit oder ohne Zahlen erschaffen- der Künstler bist Du, Du bist es, der auswählt. Ich habe selten so harmonische Bilder gesehen. Deine Bilder rühren etwas an in mir- vielleicht mein Harmoniebedürfnis. Ich habe schon vielen erzählt: "Das (Deine Bilder) ist das Schönste, was ich an Computerkunst gesehen habe. Und wenn ich nun Deinen Lebenslauf lese- dann erklärt das vieles.
INGA
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wong | Keine Sorge, Inga, ich passe auf, daß es mir nicht passiert, vor lauter Zahlen die Welt nicht mehr zu erkennen. Gewissermaßen ist es auch eine Metapher, das mit den Zahlen, obgleich ich ihnen schon eine herausragende Rolle als grundlegende Entitäten für unsere reale Welt zuschreibe. Menschliche Befindlichkeiten und Emotionen können sie aber auch gemäß meiner Sicht der Dinge definitiv nicht beschreiben, nur durch ihre unergründliche Potenz zur Komplexität vielleicht ermöglichen.
Schön für Dich, und für uns alle, daß Du Dich damals nicht voll dem Schachspiel zugewandt hast. Deine künstlerische Kreativität hätte gelitten oder wäre sogar ganz zugeschüttet worden. Und die Kunst ist ja schließlich auch ein Spiel, bei dem es sich lohnt, die "Regeln" zu ergründen. Das besonders schöne daran ist, daß man sich die Regeln sogar selber machen kann. Nicht das Nachvollziehen, Nachahmen und Optimieren alten Handwerks, sondern das neu Erschaffen, Gehen neuer Wege, das macht die Kunst so interessant. Und keine andere Richtung als gerade die Computerkunst bietet so viele Möglichkeiten, Neues zu erkunden.
Aber Dein Lob für meine bescheidenen Bilder ist wirklich deutlich übertrieben! Zu hören, daß sie gefallen, ist zwar schön und ich freue mich so ein zweites Mal daran, aber gemessen an echter kreativer Kunst, wo jeder einzelne Farbtupfer ureigene Entscheidung des Künstlers/der Künstlerin ist, zu einem Universum aus schönen Details beitragend, sind sie wirklich nur Muster, gesteuert zwar von mir, aber eben jeweils nur Einzelobjekte. Um meine "Kunst" zu würdigen, muß man sehen, daß alle Bilder zusammen, so unterschiedlich sie auch sind, eine Gesamtheit bilden, denn sie entspringen alle exakt derselben Vorschrift. Das ist das eigentlich verblüffende, über das man staunen könnte.
Und das ist auch der Punkt, den ich ausdrücken will mit meinen Bildern. Nur deshalb hatte ich den Seitensprung zur Kunst gewagt, der sich inzwischen jedoch zu neuer Liebe entwickelt hat. Meine alte, die Physik, habe ich aber nicht verstoßen, die beiden Geliebten vertragen sich ganz gut miteinander, und Orchidee hat auch noch ihren Platz. (Weiß nicht, ob Du, Inga, den anderen Teil meiner Website, den "DornTorus" zur Kenntnis genommen hast. Dort wird deutlich, worum es mir ursprünglich ging)
Ja, Künstler sind schon ein lustiges Volk. Jeder hat so seine unverwechselbaren Eigenheiten. Gut, daß es so ist.
Liebe Grüße zur jungen Donau ... wong
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Neo | Hallo wong
Nun, wenn ich in deine Bildwelten sehe, oder das Abbild davon auf meinem Schirm, dann bin ich zunächst einmal sehr froh daß ich sie nun randlos betrachten kann, ohne andere Präsenz, und in ihrer ganzen Schönheit. -
Sie leben ja von innen heraus, entspringen der Quelle, die man nicht sieht und die doch alles bedingt, das sind die Zahlen und ihre geordnete Folge. - "Am Anfang war..." - denn irgendwo beginnt das alles im Unterschied der 1 zu der 0, durch eine einzige Bewegung, alle Kunst und alles Leben, und da ganz nahe muß der sein, der's gewollt hat, der den ersten Funktionsfaden losließ...
Aus diesem Schwung heraus ein Papageienvogel, lebt er? Er könnte es wohl, hätte er eine Geschichte, eine Alterung. - Doch das hat er ja nicht, braucht keine Individualität. Ein Quentchen anders, eine andere Zahl dazugetan zu seinem Bauplan, und er ist nicht derselbe. Du sagst im Grunde, alles ist einzig und einmalig. Was ist, war schon indem man es dachte, oder es wird sein, wenn es sich nur entwickelt, wenn man die Zahlen richtig setzt. -
Ein Hochofen, vor dem du da stehst und mit deinen Händen die Stange bewegst, dem heißen Meer die Richtung gibst, Formen schaffst durch dein Wollen, und schmiedest. Es ist ein harter Job, und dazu muß man wohl durch ein ganzes Leben kommen in seinen Details. - Sich einen Dorntorus finden, oder fand er dich? Wer so mit Denken schafft, kann wohl die Ruhe bewahren. Der zarte Vogel findet sich nur dort.
Deine Kunst steht aber auch dem Ende sehr nahe, denn wie so schön gesagt, die Dinge schließen sich. - Im arktischen Licht ergibt sich alles zur Stille, die Sterne sind nah und die Erde zeigt ihre Rundung.
Und zwischen Anfang und Ende ein einziger Faden, der seine Kapriolen treibt, ein Ton der da moduliert, eine Leiter, die hinauf- und hinabführt? So meine Gedanken, wenn ich deine Bilder betrachte. Ein Spiel der Zahlen, ja. Es scheint unbändigen Spaß zu machen, ob mit oder ohne Bart, du bist ein innerer Seefahrer und grundgütiger Pirat. Einer derjenigen, für die ich meine Schiffe machte. Möge der mit dir sein, der den Wind erfand.
Jürgen
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wong | Jürgen, du schreibst wunderbar, auch letzte Nacht, da kann ich nicht mit Worten mithalten. Ich versuche ein Antwort am Abend, jetzt bin ich auf dem Sprung zu den Knospen. Die sind mindestens so schön wie meine Algorithmen. Die Frühlingssonne lädt ein. Dir einen schönen Tag und liebe Grüße ... wong
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wong | Apologie
Früher habe ich viel über die Zeit geschrieben, z.B., daß es sie - physikalisch im Sinne von unabhängiger Koordinate - gar nicht gibt, und jetzt hätte ich gern mehr davon. Bin nur wenige Minuten täglich am Computer und im Internet, besuche zwar regelmäßig das Forum, aber Zeit für gewichtige Beiträge finde ich einfach nicht. Dabei sind es gar keine Pflichten derzeit, die ich erfüllen muß, nein, es ist die pure Lust, andere Dinge zu tun, draußen, im üppig Grünen, bei den Nachtigallen. Ständig entdecke ich Neues, obwohl ich auch bisher nicht blind war. Zum Beispiel habe ich entdeckt, daß die Scheune auf unserem Grundstück eigentlich ganz gut geeignet ist, zu einer (Ausstellungs-)Halle umgebaut zu werden. Oben, im Gebälk, die Schleiereulen, Schwalben, Bachstelzen, unten, 150 qm freier Raum, Platz für eine große Galerie. Habe bereits begonnen, in Eigenarbeit, Fassaden vorzubauen, morsche Balken auszuwechseln, Dach zu dichten. Orchidee plädierte ursprünglich für den Abriß, ich hielt dies schon aus Gründen des Respekts vor anderen Künstlern nicht für angebracht. Hatte doch zu DDR-Zeiten hier, in dieser Scheune, eine bekannte Sopranistin regelmäßig Konzerte gegeben, Lieder von Weill, Orff, Hindemith vorgetragen, am Flügel begleitet von einem echten Professor der Musik. Er steht noch da - der Flügel, auch die Bühne, gebaut aus Beton-Gartenzaunpfosten, der Vorhang aus schwerem Filz, er hängt noch immer, dick mit Staub bedeckt, trennt die Scheune vom Raum dahinter, der mal Schafstall war. Die Besucher damals, sie brachten ihre überzähligen alten Stühle mit, schwärmen noch heute von der Atmosphäre. Die Stühle sorgten schon im letzten Jahr unter Anteilnahme aller Bewohner des nahen Dörfchens für lodernde Flammen beim traditionellen Osterfeuer.
Dies ist natürlich nur ein Beispiel dafür, daß es jetzt, wo es wieder warm und grün und sonnig ist, Dringenderes gibt als vor dem Bildschirm zu sitzen, so wichtig Ihr mir auch seid, liebe Freunde. Alles hat eben seine "Zeit"! Vielleicht breche ich mir mal die Knochen beim Fall von der Leiter, dann bin ich wieder jeden Tag präsent, aber so, tatendurstig und wohlgestimmt, bleibt nur die Nacht, wenn ich mal nicht zu müde bin von der ungewohnten Arbeit.
Trotzdem, bis bald, Grüße aus der brandenburgischen Prärie ... wong
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Neo | He wong... da springt ja pure Lust am Schaffen rüber [:D] da wäre ich auch gleich dabei. Solche selbstgestellten Aufgaben sind doch etwas Schönes, und ich seh den Flügel unterm Gebälk.
Vielleicht weil Sommer wird, und aufgrund meiner eigenen Computerpause ;-( denke ich auch grad vermehrt nach über Schönheit. Im laaangsamen Aufbau meiner Werkstattgalerie hier erkenne ich manches wieder neu, was bereits war und was wieder leben wird. Auch in meinen älteren Bildern, die ich da finde. Ich denke ich werde bei Gelegenheit einmal Fotos davon machen [:0] dasselbe dachte ich just von deiner Scheune. Das wäre schön
Scheunen, insbesondere die alten, sind etwas ganz Wunderbares. Als ich, damals noch verheiratet, vor acht Jahren dieses uralte Fachwerkhaus in Calw kaufte, war es vor allem die riesige und hohe Scheuer, die mich fasziniert hat. Das ist bis heute geblieben, vor allem da sie noch im Besitz meiner Familie ist. Leider muß sie, wirklich baufällig, diese Wochen abgerissen werden... schade... aber, so entsteht da Raum, wo vorher keiner war und wird wieder genutzt, öffnet den Blick auf den dahinterliegenden Garten (ein kleines Paradeis). - Und auf der anderen Seite Deutschlands baut sich... baust du... neues Leben aus dem alten Raum. Schön, mir das vorzustellen, und bei allem, was man nur bauen kann, verlieren alte Stätten doch nie ihre Patina. Das ist etwas Wertvolles, ich habe Teil an deiner Freude damit. Danke fürs Teilhabenlassen, Gruß ... Neo
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Inga | Lieber Wong, mir geht es da genau wie Neo- ich kann mir diese Scheune mit den Schleiereulen oben, den Schwalben und Bachstelzen sehr gut vorstellen. Auch die verstaubte provisorische Bühne....
Solche Orte der Begegnung haben eine besondere Ausstrahlung.
Bei uns in der Nähe wurde vor Jahren eine alte Scheune (eine riesige allerdings, eine "Zehntscheune") umgebaut auf sehr unkonventionelle Art. Es sollte ein Zentrum für Künstler werden. Schon während der Bauphase gab es (provisorische) Ausstellungen und Feste. Viele Künstler (auch mein Mann und ich) haben unentgeltlich bei der Renovierung geholfen. Und kurz vor der Eröffnung ging alles in Flammen auf...... Es war wie ein Zeichen vom Himmel. Dann begann der Wiederaufbau, aber das Geld der Initiatoren war aufgebraucht, sie machten Schulden. Es sollte auch ein Kunsthotel sein, mit großem Atelier, und Einnahmen bringen. Na, kurz und gut- sie haben es nicht geschafft, der Geldhahn wurde abgedreht, die beiden sind jetzt mit mehreren Millionen verschuldet......
So steht jetzt dort, wo einst eine Scheune war, eine Bauruine. Seit circa drei Jahren tut sich da nichts. Schade. Die ZEIT, von der Du schreibst, ist den Bauherren (durch den Brand) davongelaufen. Ich mag "Provisorien"- wenn die beiden etwas weniger verändert hätten, dann wäre es auch gut gewesen. Du schreibst, dass in DEINER Scheune alte Stühle standen und die Bühne war provisorisch. Aber macht das was, hat das der Athmosphäre Abbruch getan? Nein, die Leute schwärmen heute noch davon, schreibst Du. Und wenn ich an die schönsten Stunden in der Scheune hier in der Nähe denke, dann waren das die Stunden des Feierns im Provisorium, als die Scheune noch Scheune war.
Ich wünsche Dir viel Schwung mit Deiner Scheune! Und danke für die herrliche Schilderung.
Liebe Grüße von INGA
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