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 Was ist Digitale Kunst?
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Seite: von 7

Neo


Deutschland
971 Beiträge

Erstellt  am: 09.06.2006 :  00:00:04   Profil anzeigen  Autor eine Email senden  Besuche Neo's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: sannshine

ich persönlich habe den meisten erfolg, wenn ich mittlerweile einfach sage, meine bilder seien mit dem computer oder einem computerprogramm erstellt und anschließend gedruckt. das genügt! im darauf folgenden gespräch wird das bild selbst wichtig.
digitale kunst zu beschreiben und zu klassifizieren finde ich ein lohnendes projekt, aber wozu dieser kampf gegen windmühlen? was täte es uns, wenn die welt tatsächlich noch nicht bereit wäre für digitale bilder. alles braucht seine zeit. lasst uns doch gemeinsam konstruktiv (weiter) arbeiten.



'Sann, ja natürlich hast du den meisten Erfolg, wenn du das wie oben einfach sagst, und kannst zum Lokalmatador werden (kannte ich beim Scherenschnittverein. Jeder war sein eigener Gott).

Deine Bilder selbst werden dann nur denen wichtig, die nicht mal deine Gedanken nach-, sondern ihre eigenen Gedanken darin wieder-finden. Das ist also sehr spezifisch, und leider wirst du darüber halt auch nur Aussagen wie "gefällt mir" oder "gefällt mir nicht" ernten. Eine Differenzierung, ein Vergleich, ein Nachvollziehen künstlerischer Entwicklungen über die Zeit werden dabei ausgeklammert. Davon lebt aber genau der Kunstmarkt, und der ist ja nun kein reines Akademikum, sondern sehr real. Ich möchte vielleicht irgendwann im Alter in einem ersten Haus ausstellen! Und nicht nur immer Bilder für die Welt ausstreuen und die digitale Diaspora spielen. -

Hm, und wenn es keiner macht, so ein Künstlerverzeichnis, eine Linksammlung dazu, Sekundärliteratur, Abgrenzungen, Beschreibungen alles was man halt so braucht, dann muß ich es halt anfangen und sehen, wer mitmacht und wie es weitergeht. Wiki und ODP sind Enyklopädie und Verzeichnis, aber selbst keine Erzeuger von Daten und Fakten. - Die Projekte, die ich in der digitalen Kunst seither gesehen habe, sind irgendwie gestockt habe ich den Eindruck. Da ist viel von Kollaboration die Rede, aber wo findet sie aktuell und JETZT statt? Wo ist das nächste Saptakam (so war's doch angelegt), die nächste "Rohrzange" etc. wenn wir nicht z.B. eine machen? Oder eben was anderes, von mir aus.

he, ich bin ja zu allen Schandtaten bereit, Sannshine. Das ganze Forum hier ist überhaupt noch nicht ausgereizt, hat so viele Bereiche in denen vieles brach liegt und wo man misten und aktualisieren müßte.
He, es steht das ganze Forum zur Verfügung, für jeden digitalen Zweck. Und für Bildergalerien, digitale Shows usw. auch das neue Portal, transagens da wird es doch wohl möglich sein, hier genau die Gedanken, die ich für mich brauche um u.a. meine eigene Kunst zu verstehen zu diskutieren

oh wie ich das satt hab immer wieder auf die Schiene genagelt zu kriegen, "was willste, die Bilder sind doch schön und ich will sie lieber machen statt darüberreden". Ja, macht sie doch und zeigt sie her!!!!

;-) Neo

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Neo


Deutschland
971 Beiträge

Erstellt  am: 09.06.2006 :  01:41:53   Profil anzeigen  Autor eine Email senden  Besuche Neo's Homepage  Antwort mit Zitat
...und weiter gehts. Ich bin in Laune - vielleicht weil bald Wochenende ist und ich da fortfahr, ins Reale

---

...Keas, zu deinem Satz "Digitale Bildkunst ist so anders gar nicht, auch abstrakte Pinselbilder bilden nicht ab."

Da hast du recht, das tun sie nicht. - Aber im digitalen Medium werden Schnittflächen sichtbar, zum Beispiel bei mathematischer Kunst hier oder hier. Das sind natürlich keine wirklichen Abstrakta, zugegeben. Diese Künstler arbeiten mit Algorithmen, auf die sie im Sinne der Bildwirkung Einfluß nehmen, und dokumentieren diese durch den Bildtitel. - Trotzdem entstehen sie, ohne reales Vorbild, alleine aus der Schönheit der Zahlen. Gibt es abstrakteres? - Aber ich wär schon gespannt, wie Du deine Digital abstracts siehst. Dieses Thema muß ich ja dir lassen. Bin nur ein (allerdings nicht ganz stiller) Beobachter.

Du schreibst weiter "Also, Kompromisse werden nicht eingegangen. Digital bezeichnet für mich ein Genre, zur Unterscheidung von der traditionellen Bildkunst, eine Art „outing“, denn ein genialer Pinselmaler könnte in der Lage sein, der menschlichen Wahrnehmung ein handgemaltes Bild als inkjet-Druck unterzuschieben, und umgekehrt. Die Frage:“ist es Kunst?“ wird davon nicht berührt. Wenn es Kunst ist, muss man sehen, dass es digi ist? Warum? Nur die Aufrichtigkeit des Machers verlangt, es als digi auszuweisen.
Warum macht man es mit dem Computer? Weil man ein Werkzeug für sich entdeckt hat, das die eigene Bilderfahrung erweitert und dem in Pinselführung Ungeübten visuelle Kreativität ermöglicht, die sich durchaus in traditionelle Kategorien einordnen lässt, zum Glück, fussen diese doch auf naturgegebenen Wahrnehmungsmustern, ohne die eine breitere Akzeptanz erst in 100 Jahren (siehe Fotografie als Kunst) zu erwarten wäre."

Wenn digitale Bildkunst ein Genre wäre, hätte man sie längst einsortiert. Genres sind zum Beispiel die Landschaftsmalerei, die Historienmalerei, die nautische, erotische, politische Kunst usw. - also thematisch und nicht stilistisch (wie z.B. impressionistisch, expressionistisch, Op- und Pop-Art...). Es gibt auch die technische Unterscheidung (Öl, Aquarell, Holzschnitt...). - mh, meinst du nicht, daß ein digitaler Künstler nicht Bilder in allen diesen Genres und Richtungen und Techniken "sieht aus als ob" machen könnte? Oh doch. Ich habe auch gar nichts dagegen, daß er das tut. Nur ists in diesem Falle keine Digitale Kunst. Die steht im ODP wohlweislich unterhalb Kultur, auf derselben Ebene wie die ganze Bildende Kunst! Und ich hab's nicht dorthin geschoben. - Leider wird aber ab da nicht mehr nach unten differenziert und das heißt, daß da auch Musikalisches, auch Webprojekte, Netzkunst, virtuelle Galerien landen, und natürlich auch die bekannten Space-Operas. - Darum bin ich ja so bestrebt, endlich einmal so etwas wie eine Ordnung ins Thema zu bringen.

Wenn digitale Bildkunst je ein Ausweis sein soll, daß man sich, genauer ich damit identifizieren kann, dann möchte ich nicht mit Netzkunst, nicht mit Star Trek, aber auch nicht mit der Neuen Moderne, der Grafik oder Illustration, nicht mit Ars Electronica, nicht mit Andy Warhol oder sonstwem verglichen werden, wenn ich meine Bilder mache und die völlig anders sind als alle genannten und überhaupt nicht dazupassen. - Und trotzdem möchte ich nicht alleine und völlig unvergleichbar dastehen, das wäre mir unbefriedigend. - also versuche ich es zweigleisig, auf der einen Seite digitale Künstler selbst anzusprechen und auf der anderen Seite für das Fortkommen der Kunstdiskussion beizutragen. Ob der Spagat gelingt... weiß ich auch nicht. Ich hab auch Bilder ;-))

Seltsam, man weiß es ja doch, wenn Bilder mit dem Computer erstellt und gedruckt sind, spätestens bei der Frage nach dem "Original". - Das gibt es ja gar nicht, es sei denn der Künstler bestimmt es als solches, druckt es und hält sich auch dran. - DA beginnt Aufrichtigkeit. -

Statt einem Original gibt es also nur Abbildungen, was die ganze Sache in die Nähe der Beliebigkeit rückt. - Ein echter Killer für die Akzeptanz des Publikums, zumindest was den Wert betrifft. - Damit müssen wir leben, oder eben limitieren, oder uns über die Bilder selbst differenzieren. - Und das geht eben nur über diese selbst, über das "was drauf ist". - Also darf, soll und muß man diesen Bildern ansehen, daß sie mit dem Computer erstellt sind. Heißt ja nicht, daß man immer Pixel sehen muß. Eher über die typisch-spezifischen Bildthemen, die wir gern noch näher finden und aufzählen können... da lauert auch schon wieder Arbeit, aber die muß sein. Ich mach dazu mal einen neuen Thread auf.

apropos, wenn Du einen eigenen Raum zum Diskutieren deiner Digital abstracts haben möchtest, richte ich ihn gerne ein. - Zu guter Letzt meinst du

"Ja, digitale Bildkunst ist Darstellende Kunst mit anderen Mitteln, ohne intellektuellen Über- oder Unterbau (von wegen Gedanke und Realisierung). Für mich ist das differenzierende Merkmal Digitaler Bildkunst, dass das Original virtuell ist und seine Repräsentation nur dadurch zum Unikat wird, dass das Original vernichtet wird. Hier distanziere ich mich auch von den Webisten, die in der Massenhaftigkeit des Netzwerks die Kunst verflachen."

"Die" Webists gibt es in dieser Form gar nicht. Es ist ein internationales Projekt, dem viele Künstler beigetreten sind. Es sind wenige, die daran konkret im Sinne einer Bewegung arbeiten. - Die Qualität des Angebotenen schwankt daher stark. Trotzdem ist es grundsätzlich ein möglicher Weg, digitale Kunst zu popularisieren. - Was dringend nötig ist.

Eines Tages will ich nämlich gar nicht gefragt werden, wie ich denn "dieses Bild gemacht" habe, weil es ja völlig klar und bekannt ist. Weil es Digitale Kunst ist, kann ja ein Blinder sehen, oder? - Deshalb.

Grüßle @alle
Neo
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grille


Deutschland
139 Beiträge

Erstellt  am: 09.06.2006 :  10:03:35   Profil anzeigen  Autor eine Email senden  Besuche grille's Homepage  Antwort mit Zitat
hmmm,

vielleicht sollte ich mal sagen, wie meine kunst entsteht, die digitale eingeschlossen - im verlauf von schamanischen reisen. in diesen zeitlosen augenblicken ist nicht mehr viel von denken da, oder anders: denken und fühlen fallen in einem punkt der wahrnehmung zusammen. was dabei entsteht ist eine andere form der wirklichkeit, eine die sich oft außerhalb der gängigen parameter befindet.

vielleicht liegt mir deswegen das zerfieseln in einzelne kriterien nicht.
ich kriege halt in meinem atelier öfter mit, wie die leute es irgendwie kaum glauben können und dann manchmal fast in die gerahmten ausdrucke reinkriechen ...

einmal stellte ich bild&text von fliegenpilz in einem forum ein und erhielt wenige tage später eine mail von jemandem, der dort nicht schreibt sondern lediglich liest. die dame war wie verzaubert. sie schrieb: das bild riecht wie fliegenpilz, fühlt sich an wie fliegenpilz, klingt wie fliegenpilz - das ist eindeutig fliegenpilz. eine synästhetin (ist es richtig geschrieben?) hatte mir rückmeldung gegeben.

ich selbst mach kunst am compi, weil da für mich der größte lustgewinn liegt. per hand kann ich zwar auch, aber das isses einfach nicht für mich

have a nice day
grille
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Sylvus


Germany
266 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2006 :  11:45:56   Profil anzeigen  Autor eine Email senden  Besuche Sylvus's Homepage  Antwort mit Zitat
als ich vor jahren meine schiffe herzeigte, war mein besucher ganz unruhig. ich hatte sie schon lange im Internet und er hatte sie sich zuhause besehen. jetzt wußte er den titel nicht mehr. es war ein ganz bestimmtes. die bilder kamen und gingen auf dem schirm, die atmosphäre war entspannt. Trotzdem bemerkte ich zunehmend seine Anspannung. "nein, nein" murmelte er leise wie zu sich. dann endlich, ein langer langer blick und ein leuchten ging über sein gesicht: "Ja, das ist mein Schiff." war es wie ein seufzer.

hab ich ihm in meinen gedanken gewidmet. es paßte auch. den Magellan aus 2002.

Magellan


es war für mich, als ob ich etwas vor dem inneren auge gesehen und dargestellt hätte, was wir beide kannten. H.P. Lovecraft hat in seinen Traumreisen in unbekannte Kadath von erfahrenen Reisenden gesprochen, die einander lächelnd zunicken.

war ein schöner moment für mich. ich glaube schon, daß das besonders mit digitaler kunst möglich ist. irgendwann möchte ich ein solches bild mit einem lieben menschen zusammen machen.
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keas


France
21 Beiträge

Erstellt  am: 13.06.2006 :  12:44:36   Profil anzeigen  Autor eine Email senden  Besuche keas's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Neo, zu Deinem Beitrag 08.06.2006-23:32:25

Ich weiss garnicht, was die ersten Absätze wissengetränkter Vorrede hier sollen, denn ich habe die Fotografie nur herangezogen, um zu sagen, dass genau so, wie sie Realitäten bearbeitet(Dunkelkammer)
und als Kunst anerkannt wird, es auch die für mich zur digitalen Bildkunst zählende Bilddatei-Bearbeitung werden sollte. Da Du später zu dem gleichen Ergebnis kommst, sollten wir das Thema nun bitte abhaken.
Ich komme daher auf „den Gedanken des Künstlers“ zurück und sonst garnichts. Das „entstehende Endliche“ ist das einzig Wahrnehmbare und nicht der Gedanke. Ich wehre mich dagegen, den Gedanken als apriori zum digitalen Bildkunstwerk zu verlangen. Manche Künstler haben das Ziel (das Werk) schon vor ihrem inneren Auge, wenn die Leinwand noch leer ist, andere haben eine Empfindung von etwas Gültigem im Moment der Wahrnehmung auf dem Bildschirm und das ist nun mal kein Schatten und schon garnicht, wenn aus dem empfunden Gültigem, in Zusammenarbeit mit dem Drucker, etwas real Endgültiges geworden ist. Hier müssten Du und Dr. Schetsche differenzieren zwischen „Digitaler Bildkunst zum an die Wand hängen“ und netart u.dgl.
Mit freundlichen Grüßen
Keas
PS. Eine Stellungnahme zu Deinem Beitrag 08.06.2006-1:43:53 später
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keas


France
21 Beiträge

Erstellt  am: 13.06.2006 :  17:43:02   Profil anzeigen  Autor eine Email senden  Besuche keas's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Neo, ich hab mal wieder tief Luft geholt und kommentiere Deinen Beitrag 08.06.2006-1:43:53
Wenn Du weiter oben digitale Bildkunst nicht zu den Bildenden Künsten zählen wolltest, weil sie nicht darstellt, dann hast Du über die Abstracta den Gegenbeweis. Fraktale werden erst schön durch die naturgegebenen Wahrnehmungsmuster des Menschen. Algorithmen oder andere mathematische Formeln sind Zahlenkombinationen und die haben mit Schönheit im Sinne der Kunst nichts zu tun, genausowenig, wie die Abfolge von null und eins in der Bilddatei schön sein kann. Und selbst die Fraktale belegen nicht Deinen weiteren Anspruch, „das man sehen kann, das es digi ist“, denn mein hypothetischer genialer Pinselmaler könnte sie auch. Denk doch nur mal an die Pinselmaler, deren Bild von einem Foto nur durch genaues Hinsehen zu unterscheiden ist.
Richtig, Digitale Bildkunst ist kein Genre. Die laxe Wortwahl kommt aus der frz. Alltagssprache:“c’est un genre de..“, was heisst: „ eine Art von…“. Und, in der Tat, digi kann alle Genres, Stile und Techniken. Wieso soll Bilddatei-Bearbeitung deswegen nicht Kunst sein können, Bildende Kunst mit anderen Mitteln, und selbst wenn nicht alles so Entstandene Kunst ist, so ist es mit Sicherheit Kultur, entspringt es doch dem menschlichen Geist.

Überraschend, dass die Frage nach einem „Original“ überhaupt für Dich existiert? Sagtest Du nicht: das sieht man doch?
Der Künstler kann einen Ausdruck auch nicht als „Original“ bestimmen, denn das ist virtuell. Allenfalls kann es ein
„Unikat“ sein, wenn er sich denn daran hält und dann ist Schluss mit der Beliebigkeit.. Die deutsche Sprache besitzt mit dieser Bezeichnung einen Vorteil gegenüber dem Englischen und Französischen, die diesen einprägsamen Begriff umschreiben müssen. Ich würde ihn gern in einem „Manifest“ wiederfinden.
Dein „ also darf soll und muss..“ ist, was das Muss angeht, leider eine Wiederholung eines Postulats, dass ich solange glaube, widerlegt zu haben, bis Du rationelle Gegenargumente lieferst. Bis dahin solltest Du das Muss
fallen lassen, denn sonst wird dieser Dialog steril.
Die wirklich allumfassenden Möglichkeiten der Digitalen Bildkunst auf „ typisch-spezifische Bildthemen“ beschränken zu wollen, erscheint mir absurd. Akzeptanz dessen „was drauf ist“ kannst Du nur erreichen durch
Aufklärung von der Art: wenn digi drin ist, muss auch digi draufstehen, wie bei den Fraktalen und ich möchte bitte trotzdem gefragt werden, wie ich denn das Bild gemacht habe.
oOo
Meine Äusserung zu den Webisten möchte ich insofern ergänzen, dass ich mit der Verflachung nur die der Digitalen Bildkunst gemeint habe.
Mit freundlichen Grüßen
Keas
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Neo


Deutschland
971 Beiträge

Erstellt  am: 15.06.2006 :  17:32:58   Profil anzeigen  Autor eine Email senden  Besuche Neo's Homepage  Antwort mit Zitat
Schön, dich zu sehen ;-) und ein schönes Bild.

Wir sind sicher in einigem anderer Meinung, aber dafür reden wir ja miteinander und müssen nicht alles dingfest machen... gedanklich war ich wohl eher dabei, Unterschiede als Gemeinsamkeiten digitaler zu anderweitig erstellter Kunst festzustellen, damit ein Manifest überhaupt einen leisen Sinn macht. - Insofern sind meine dogmatischen Sätze oben der Ausdruck eines inneren Ringens, und dafür bitte ich um Verzeihung...

Was die Zahlen betrifft, so sind sie mir mehr als eine Grundlage der Computerkunst, und Algorithmen sind nicht nur dann schön, wenn sie ein leuchtendes Fraktal ergeben. Manche Formeln sind in sich von einer spürbaren Eleganz, die ins Philosophische zieht, und dies darzustellen, ist auch eine Kunstform. Die allerdings nicht auf den Computer beschränkt bleibt. Was das Malen versus Drucken betrifft, ich geb dir recht was Original und Unikat betrifft, und das ist auch wichtig. Allerdings brauchen wir denke ich, nicht immer Beispiele heranziehen, die wir leichthals finden, wie eine Bildaussage in einer oder einer anderen Technik genauso dargestellt werden kann. Als Kulturfrage ist das tatsächlich das gleiche. Der Reiz digitaler Kunst liegt trotzdem in dem, was man darin an Typischem sehen kann, so wie der Reiz eines gemalten Bildes unter anderem auch in seiner Maltechnik bestehen kann und darin typisch wäre.

Umformuliert würde so aus der Eingangsfrage Was ist Digitale Kunst? diese: Was ist typisch für digitale Kunst. Und da könnten wir unter Umständen weiterkommen. "Anything goes" würde ich sagen, ist bereits eine ihrer besonderen Eigenschaften ;-) und vielleicht könnten wir einmal weiter so, positiv formulieren.

Tatsächlich ist in den Sätzen Schetsches einiges von dem enthalten, was mir und anderen seit einigen Jahren sozusagen vor der Seele steht, ohne es genau ausdrücken zu können. Irgendetwas, einiges ist anders als früher, als ich selbst Bilder malte. Oder als ich fotografierte. Es hat viel mit dieser Freiheit zu tun, darzustellen was ich möchte, und der Zauberlehrling macht's. Der Ausdruck eines Cyborgs mit einem menschlichen und einem technischen Part scheint mir überlegenswert, da ein Kopf nicht ohne Körper existieren kann. Malen selbst, mit Händen tu ich ja nicht, oder? Die Synästhesie spielt auch mit rein, ja. Vielleicht. Hm. Aber wie?

Da war das mit der Darstellung von Gedanken, siehe oben. Ich glaube, daß auch das eine besondere Eigenschaft digitaler Kunst ist, oder muß ich vorsichtiger formulieren, deren Stärke? Wie steht das Abstrakte dazu? Mit solchen und ähnlichen Ideen lebe ich gerade durch die Tage. Später mehr. Vielleicht wird es diese Zeit auch einige thematische Umsortierung hier im Forum geben, es drängt sich manches an Neuordnung auf und ist viel zusammengekommen. Also bitte nicht wundern, falls sich das Forum ein neueres Kleid gibt. Digital ist alles möglich

Gruß, Neo
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keas


France
21 Beiträge

Erstellt  am: 25.06.2006 :  18:46:08   Profil anzeigen  Autor eine Email senden  Besuche keas's Homepage  Antwort mit Zitat
Lieber Neo, danke für Deinen freundlichen Kommentar meiner bildlichen Erscheinung.
Bevor ich zu dem zurückkomme, was uns vielleicht weiterbringt, kann ich es einfach nicht lassen, an Deiner Sicht der Mathematik als Kunstform herumzunörgeln. Damit Fraktale jemanden ins Philosophische (das Un-Endliche) ziehen können, müssen sie entweder für den Nicht-Mathematiker als Bild reell vorliegen und können dann Kunst sein, oder sind, für den Mathematiker, Anstoss zum philosophischen Denken und Gedanken sind keine Kunst—siehe oben. Wie, um alles in der Welt, kannst Du die Formel der quadratischen Iteration: x(n+1) = x(n)² + a, ein Fraktal, als schön im Sinne der Bildkunst hinstellen wollen?
Welchen Weg könnten wir gemeinsam weitergehen? Weiter oben hattest Du, als „dringend nötig“, angesprochen, digitale Kunst zu „popularisieren“. Digitale Bildkunst aus der Schmuddelecke „Reproduktion“ zu holen, in die sie der Kunstbetrieb noch stellt, ist mein Hauptanliegen. Digitale Bildkunst einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, geht nur mit Hilfe der Galerien und allgemein der Medien. Jeder von uns Machern hat seine eigenen Webseite, ohne damit Breitenwirkung erzielen zu können. Das „breitere“ und sogar das „interessierte Publikum“ geht nicht im „Web“ nach Bildern suchen, Galerien scheinen mir der Schlüssel zu sein. Wie kann man da als „Gruppe“ auf sich aufmerksam machen?
Wäre folgendes sinnvoll ?:
-Macher in verschiedenen Gegenden Deutschlands, mit Galeriekontakten, organisieren Gemeinschaftsausstellungen Gleichgesinnter und laden dazu Galerien und über diese, die Presse ein.-

Ich bin eher skeptisch, ist doch selbst in diesem Forum die Zahl der Mitwirkenden nicht wirklich über 2 hinausgekommen. Solange sich jeder zu seinen eigenen Musen zurückzieht, geschieht nichts.
Mehr Bewegung zur „Bewegung“, bitte.
Wie wenig Bedeutung die digitalen Bildermacher noch haben, zeigt sich an einer Stelle, an der sie eigentlich mehr Aufmerksamkeit erwarten könnten, der Firma EPSON. Hier sollte eigentlich eine Interdependenz bestehen. Dennoch ist in einer sehr aufwendigen Brochüre von Epson-France zur Einführung des Labels „Digigraphie“ nur von Reproduktionen die Rede, kein Wort von originaler digitaler Bildkunst! Die Brochure wendet sich vielmehr ausdrücklich an Pinselkünstler und Museen um deren Werke zu re-produzieren. Es soll auch eine hauseigene Galerie im Werden sein. Wird man dort auch nur Reproduktionen von Pinselkünstlern sehen?
Verehrte MitMacher es wird höchste Zeit, Flagge (digital) zu zeigen!
oOo
Nun noch kurz zu Deinem freundlichen Angebot mir bei Dir einen Raum zum diskutieren meiner digital abstracts einzurichten. Die Betrachtung des eigenen Nabels macht sowieso schon jeder auf seiner Webseite,
ich möchte mehr die digitale Bildkunst ins Licht rücken. Daher im Augenblick: danke nein, danke.

Mit freundlichen Grüßen
Keas

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